Alle Menschen wachen in der Nacht meist mehrmals auf, ohne dass ihr Schlaf dadurch gestört wird. Oft ist es nur eine kurze Drehung, um gleich weiterzuschlafen. Es gibt Erwachsene, die ganz aufwachen, aber eine Methode gefunden haben, wie sie schnell wieder in den Schlaf zurückfinden, z.B. zwei Seiten lesen, das Kissen aufschütteln, einen Schluck Wasser trinken.
Kinder haben diese Möglichkeiten und Fähigkeiten (noch) nicht und reagieren daher anders. Wenn sie ihren «Nuggi» verlieren, den Kopf anstossen oder Angst haben, beginnen sie oft zu weinen und rufen nach Mama oder Papa. Manche stehen auf, tappen schlaftrunken ins Elternzimmer und kriechen ohne grosse Erklärung ins Elternbett.
Schlaf im eigenen Bett wiederfinden
Vielleicht hilft es, wenn das Kind vor dem Einschlafen darauf hingewiesen wird, dass es in der Nacht, wenn es aufwacht, im eigenen Bett weiterschlafen soll. Wenn das Kind am Abend im Elternbett einschläft und erst schlafend in sein eigenes Bett getragen wird, möchte es beim nächtlichen Aufwachen wieder unter die Decke der Eltern schlüpfen.
Es sollte dort einschlafen, wo es den Schlaf wiederfinden soll, falls es aufwacht. Wenn es nachts erwacht und nach den Eltern ruft, so viel wie nötig und so wenig wie möglich unternehmen, damit sich das Kind sicher fühlt und seinen Schlaf wiederfindet. Es soll spüren, dass die Mutter, der Vater da ist, selbst auch müde ist und schlafen will. Wenn das Kind im eigenen Bett schlafen lernen soll, muss das kleine Kuschelkind, das nachts zu den Eltern wandert, wieder in sein Bett zurückgebracht werden.
Vorübergehende Schlafprobleme?
Bei einer Erkrankung können Schlafschwierigkeiten vorübergehend auftreten.
Längerfristig können sie aber auch Ausdruck sein für aktuelle Belastungssituationen im Umfeld des Kindes (Familie, Kindergarten, Krippe, Hort). Sollte das Kind wiederholt Mühe haben einzuschlafen oder in der Nacht immer wieder aufwachen, empfiehlt sich eine fachlich Beratung.

