Die neue Familienform bedingt neue Zuständigkeiten, Abhängigkeiten und Verantwortung. Notwendig sind Absprachen und Abmachungen wie: Wer bleibt wann zu Hause? Wer übernimmt was im Haushalt? Wer verdient wie viel Geld? Wie viel Zeit bleibt füreinander, für jeden alleine, für die ganze Familie? Wie soll und kann diese Zeit genutzt werden? Damit Gegenwart und Zukunft als Mann und Frau, als Paar, als Familie gelebt werden kann, müssen solche Fragen beantwortet werden.
Das Idealbild guter Eltern
In Bezug auf die Elternschaft tragen die meisten von uns ein Idealbild in sich. Von perfekten Eltern erwartet man: ständige Bereitschaft, absolute Zuwendung, Gelassenheit, Ausgeglichenheit, Geduld, Nachsicht, Verständnis. Immer wieder gibt es jedoch Situationen, in denen man dem Anspruch, «gute» Eltern zu sein, nicht entspricht. Das schlechte Gewissen plagt einem, wenn man wütend reagiert hat, weil man zum dritten Mal nachts aus dem Schlaf gerissen wurde, weil das Kind andauernd weinte und sich nicht beruhigen liess oder weil finanzielle oder andere Sorgen drücken.
Traumfamilien in Werbung und Medien
Werbung und Medien präsentieren Traumfamilien. Gezeigt werden entspannte, glückliche Eltern und fröhliche Babys in sauber aufgeräumten, blank geputzten Wohnungen. Doch in der Realität schreit das Baby viel und der Haushalt befindet sich in einem chaotischen Zustand. Wenn man sich überfordert fühlt und die Anstrengung, Beruf und Familienarbeit zu vereinbaren, nicht immer problemlos gelingt, belasten solche Idealbilder.
Eltern üben einen anspruchsvollen Beruf aus
Die meisten Eltern fragen sich manchmal, ob sie eine «gute Mutter» oder ein «guter Vater» sind. Üben Sie sich in Nachsicht und gestehen Sie sich zu, dass Ideale und Realität nicht übereinstimmen. Eltern üben einen schwierigen und anspruchsvollen Beruf aus, einen Beruf, den man im Voraus nicht lernen kann. Fehler gehören dazu, denn keine Mutter, kein Vater ist perfekt. Auch wenn nicht immer alles rund läuft, wichtig ist, dass das Baby spürt, dass es angenommen und geliebt wird.
Gesellschaftliche Ideale und Kindheitserfahrungen
Idealvorstellungen von einer Familie hängen stark mit eigenen Kindheitserfahrungen zusammen und sind nicht bloss durch gesellschaftliche Ideale geprägt. Alltägliche Selbstverständlichkeiten werden unterschiedlich beurteilt und angegangen. Ein Austausch über Einstellungen und Vorstellungen ist wichtig, vor allem auch dann, wenn ein Elternteil in einer anderen Kultur aufgewachsen ist. Um gemeinsame Vorstellungen von der eigenen «Traumfamilie» zu entwickeln, braucht es Offenheit und Verständnis für andere Denk- und Lebensweisen.
Ansprüche von aussen
Nicht nur eigene Erwartungen belasten, sondern auch Ansprüche von aussen. Vielleicht drücken Eltern, Schwiegereltern oder Arbeitskollegen und -kolleginnen, Freunde und Freundinnen Erwartungen und Erziehungsvorstellungen aus. Sich in solchen Spannungsfeldern zu behaupten, ist nicht einfach. Es braucht innere Überzeugungskraft, um einen eigenen Weg zu suchen, zu gehen und sich selbst zu sagen: «Ich mache es gut.»

MaP
sagte am 07.08.2012 um 18:24 h:"Eltern werden ist nicht schwer Eltern sein dagegen sehr!" Denke das trifft es ganz gut!
Was Eltern sein bedeutet, das weiss ich erst jetzt nach 2 Kindern und 4 Jahren Erfahrung und ich bin mir sicher es werden laufend neue Aufgaben auf uns zukommen! Bevor unsere Kinder da waren hatten auch wir das BIld der kleinen perfekten Familie mit Haus, Auto, weissem Gartenzaun, Hund und zwei süssen Kindern. In der Realität muss ich sagen sind unsere Kinder auch wirklich süss....manchmal! Wichtig ist es einfach immer gefasst darauf zu sein was der Alltag einem so an den Kopf schmeisst und ich musste lernen, das nicht immer alles perfekt sein muss!