Familien, bunt wie ein Regenbogen0

Homosexuelles Paar lacht zusammen mit Tochter
Guest post by Marco Fritschi | 20.05.2013

Hartnäckig halten sich Klischees wie: Eine lesbische Frau mache Karriere, ein schwuler Mann wolle seine Freiheit geniessen – an einen Familienalltag seien sie nicht gebunden. Doch die Realität ist vielfältiger. Verbindliche Partnerschaften und Familienleben mit eigenen Kindern sind auch bei gleichgeschlechtlichen Paaren eine Realität.

Freunde kann man sich aussuchen, Familie nicht. Diese Aussage aus dem Volksmund offenbart eine Vorstellung, in der Familie vorbestimmt ist. Vater, Mutter und Kind – so sieht für viele eine Familie aus. Auch in den Medien, in den Schulen und in der Politik wird die traditionelle Kernfamilie als gesellschaftliche Norm immer wieder zum Vorbild genommen. Andere Familienformen, wie homosexuelle Paare mit Kindern, Patchworkfamilien oder Einelternfamilien  gehen über den traditionellen Familienbegriff hinaus und provozieren in der Öffentlichkeit die Diskussion, wie eine Familie auszusehen hat.

Familie waren schon immer bunt

Es ist erst ein paar Generationen her, da hing das Leben an einem seidenen Faden. Junge Frauen starben im Kindbett. Eine einfache Grippe konnte tödlich verlaufen. Kriege rotteten Generationen junger Männer aus. Die Hinterbliebenen dieser Schicksalsschläge mussten ihre familiäre Situation neu ordnen. Ein Familienvater hielt nach dem Tod seiner Frau nach einer Stiefmutter für seine Kinder Ausschau. Manchmal übernahm die Grossmutter die Kindererziehung oder verwitwete Schwestern schlossen sich zusammen. Kurz: Die Familienkonstellationen waren generationenübergreifend, wechselhaft und vor allem sehr bunt. Doch wer würde diesen Menschen absprechen, dass sie in echten Familien lebten?

Respekt und Anerkennung für alle Familien

Der Familienbegriff, wie er heute definiert wird, ist nicht zementiert – und wandelt sich weiter. Familien bilden sich vielfältig. Eine Gemeinschaft, in der sich Menschen zugehörig und wohlfühlen, Liebe empfinden und weitergeben, Kinder erziehen und Verantwortung übernehmen, bildet den Kern einer Familie. Bereits heute wachsen in der Schweiz tausende von Kindern bei gleichgeschlechtlichen Eltern in sogenannten Regenbogenfamilien auf und gedeihen gut. Was es jetzt noch braucht, ist eine Bildungs- und Familienpolitik, welche die real existierenden, vielfältigen, Familien- und Lebensformen in der Gesellschaft besser anerkennt und eine Gesetzgebung, in der alle Familien adäquat berücksichtigt werden – zum Wohl der Eltern und der Kinder.

 

Vielfältige Familien- und Lebensformen sind die zentralen Themen der Fachtagung «All Families Matter», welche am 7. Juni 2013 an der Uni Zürich vom Dachverband Regenbogenfamilien organisiert wird. Weitere Informationen unter www.allfamiliesmatter.ch

Marco Fritschi ist ein junger schwuler Mann mit Kinderwunsch. Für ihn sind die Gleichstellung der homosexuellen Lebensform sowie eine modernde Familienpolitik wichtige Themen. Als Mitglied des Dachverbandes Regenbogenfamilien setzt er sich aktiv dafür ein. Der Dachverband vertritt die Interessen der Regenbogenfamilien in der Schweiz gegenüber Politik, Behörden, Öffentlichkeit www.regenbogenfamilien.ch

 

 

Ein Jahr Eltern Club Schweiz0

Grosseltern, Eltern und Kinder feiern zusammen den Geburtstag des Sohnes. Der Knabe bläst gerade die Kerzen aus.
von Ellen Ringier | 12.05.2013

Der Eltern Club Schweiz von Pro Juventute feiert Geburtstag. Bei dieser Anlaufstelle für Fragen zum Elternsein können Eltern rund um die Uhr Rat holen. Die Suche nach professionellen Betreuungspersonen gehört ebenso zum Angebot des Eltern Club Schweiz wie eine Fülle an Fachbeiträge und umfassende Online-Services. Ellen Ringier, Stiftungsrätin von Pro Juventute und Präsidentin der Stiftung Elternsein appelliert für Solidarität und Unterstützung der Familie.

Natürlich gibt es sie, die Familien, in denen von der Geburt der Kinder bis zu deren Erwachsenenalter alles rund läuft. Wer kennt sie nicht, diese Kinder, die ihren Eltern ausschliesslich Freude bereiten, klaglos schulische, sportliche, musische und andere Leistungen erbringen und dabei höflich und bescheiden bleiben. Nie sind sie krank, nie schwänzen sie die Schule, nie machen sie Ärger.

Die perfekten Eltern

Parallel dazu gibt es auch Eltern, denen alles gelingt: Sie haben eine ideale Form der Vereinbarkeit von Familie und Beruf gefunden. Immer wissen sie sich richtig und angemessen zu verhalten, ohne je auf Beratung, auf Fachartikel oder hilfreiche Adressen angewiesen zu sein. All die Jahre hindurch haben sie ein ungestörtes, konfliktfreies Vertrauensverhältnis zu ihren Kindern, so dass sich ihre Familie niemals einem Family-Check unterziehen müsste. Selber nie krank oder während der Kinder-Betreuung anderweitig verhindert, brauchen sie selbstredend keine Notfall-Nanny und so weiter und so weiter ... Diese Eltern sind vielleicht Mitglieder des ACS oder TCS, eines Sport- oder Jassclubs, den Eltern Club Schweiz brauchen sie nicht! Oder doch?

Solidarität mit Familien

Gegründet wurde der Eltern Club Schweiz als generationenübergreifenden Club, der für die Interessen aller Familien in diesem Land gedacht ist. Eine Clubteilnahme begründet Solidarität mit den anderen Club Teilnehmenden, in diesem Fall: Eltern für andere Eltern und somit für alle Eltern! Zum Beispiel helfen Grosseltern mit einer Eltern Club Schweiz Teilnahme jungen Eltern, Väter und Mütter solidarisieren sich mit alleinerziehenden Elternteilen und Familien ohne Probleme ermöglichen, promblembeladenen Familien Hilfe zu bekommen.

Engagement von verschiedenen Seiten

Zahlreiche Stiftungen, Privatspendender/-innen und Firmen haben Millionen von Franken bereitgestellt, Pro Juventute und der Junior-Partner Stiftung Elternsein stellen ihr in Jahren, Jahrzehnten erworbenes Know-how zur Verfügung. In unserem Land soll keine Familie mit der immer anspruchsvoller werdenden Erziehungsarbeit alleingelassen werden.

 

PS. Was die Politik nicht zustande bringt, werden wir zusammen mit Ihnen ermöglichen: Einen Eltern Club, der seinen Namen verdient. Was fehlt? Nur noch Ihr Solidaritätsbeitrag in Form einer Eltern Club Schweiz Teilnahme! Worauf warten Sie noch?

Ellen Ringier ist Stiftungsratsmitglied der Pro Juventute, Präsidentin der Stiftung Elternsein und Herausgeberin der Elternzeitschrift «Fritz+Fränzi».

 

 

Tagesschulen sind sinnvoll und effektiv0

Schüler essen in der Mensa zu Mittag
von Christian Amsler | 06.05.2013

Um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu verbessern, müssen wir mit dem Thema Tagesschulen vorwärts machen, findet Christian Amsler. Der Regierungsrat und Vorsteher des Erziehungsdepartementes Schaffhausen ist überzeugt, dass Handlungsbedarf besteht. Argumente, weshalb es freiwillige Tagesschulen braucht.

In der Schweiz besteht eindeutiger Handlungsbedarf, was Tagesschulen betrifft. Besonders junge Familien (mit gut ausgebildeten Elternteilen) und international tätige Firmen haben grosses Interesse daran. Zudem ergab eine BASS-Studie (Büro für arbeits- und sozialpolitische Studien), dass auf dem Schweizer Arbeitsmarkt bis ins Jahr 2030 rund 400‘000 Personen fehlen werden, eine unglaubliche Zahl. 200‘000 davon könnten allein durch eine verbesserte Vereinbarkeit von Familie und Beruf gewonnen werden, sodass die heute mehrheitlich gut ausgebildeten Frauen erwerbstätig sein könnten. Die nicht sehr attraktiven Alternativen liegen auf der Hand: Man könnte die bereits hohe Zuwanderungs- und Ausländerquote weiter erhöhen. Doch eigentlich will dies in der Schweiz niemand so richtig. Zusätzlich wird diskutiert, das Pensionsalter auf bis zu 70 Jahre hochzuschrauben oder aber konsequent die immer zahlreich werdenden Teilzeitpensen künstlich zu erhöhen.

Familienformen nicht gegeneinander ausspielen

Glücklicherweise gibt es heutzutage immer mehr sehr gut ausgebildete Frauen. Dieses Potenzial sollte auf keinen Fall ungenutzt gelassen werden. Das ist ein volkswirtschaftlicher Blödsinn. Ich denke, dass man es der jüngeren Generationen schuldig ist, eine gute Vereinbarkeit von Familien- und Berufsleben zu ermöglichen, da moderne junge Paare sich diese Kombination auch wünschen. Keinesfalls dürfen aber verschiedene Familienformen gegeneinander ausgespielt werden. Das geschieht heute in der politischen Diskussion noch viel zu stark. Diese dringend zu führende Diskussion mündet leider allzu oft in einen veritablen Glaubenskrieg über Erziehung von Kindern. Es gibt nicht richtig und falsch, sondern nur verschiedene Möglichkeiten und Formen. Der liberale Ansatz ist, dass die Erziehungsberechtigten sehr wohl selber entscheiden können, welche Form für ihre Familie stimmt.

Wahlangebot Tagesschulen

Tagesschulen sollen freiwillig benutzt werden können, und sie sollen von der öffentlichen Hand nicht flächendeckend, sondern bedarfsgerecht angeboten werden. Tagesschulen sind sinnvoll und effektiv! Sie bereiten die Kinder, ergänzend zur Erziehungsarbeit der Eltern, auf das Leben und die Berufswelt vor. Denn zum Erfolg braucht es Teamleistungen und keine Einzeldenker. Am wichtigsten ist für mich die Sozialisierung. Heutzutage sind Familien mit nur einem Kind immer häufiger anzutreffen. Diese Einzelkinder werden oftmals von ihren Eltern «verhätschelt». Für eine gute Entwicklung sind Kontakte zu Gleichaltrigen entscheidend. Dies gilt besonders für Migrationskinder, welche überdies noch die Sprache lernen müssen. Ohne jene Sozialisierung entstehen Folgekosten und der Sozialstaat muss eingreifen.

Neue Tagesstrukturen für die Schule

Bedarfsgerechte Tagesstrukturen sind zwar Bestandteil des HarmoS Konkordates, aber noch längst nicht realisiert. Vor allem sprechen wir immer nur von Krippen und Horten, aber niemand spricht von den Schulen. Viele Familien erleben hier einen regelrechten Bruch, wenn ihr Kind in den Kindergarten und die Schule eintritt. Verbesserungen haben die Blockzeiten gebracht, doch Auffangzeiten am Morgen und frühen Abend, sowie der Mittagstisch sind oft nicht abgedeckt. Jetzt müssen wir vorwärts machen!

 


Christian Amsler ist Regierungsrat (FDP) und als Vorsteher des Erziehungsdepartements des Kantons Schaffhausen zuständig für die Bereiche Bildung, Jugend, Familie, Sport und Kultur. Der Politiker ist mit einer Lehrerin verheiratet, Vater von drei Kindern und präsidiert die Erziehungsdirektoren Konferenz der Deutschschweiz (D-EDK). Damit ist er auch Schirmherr des Lehrplans 21. Vor seiner Wahl in den Schaffhauser Regierungsrat im Jahr 2009 war der ausgebildete Pädagoge Gemeindepräsident, Fraktionschef im Kantonsrat und hauptberuflich tätig als Prorektor der Pädagogischen Hochschule Schaffhausen (PHSH).

 

 

Die nächsten Sommerferien kommen bestimmt0

Kinder spielen im Wald
von Doris Affolter | 29.04.2013

Die wenigsten Familien verreisen während der ganzen Ferienzeit. Was machen Kinder mit der freien Zeit, wenn sie zu Hause bleiben? Im Kanton Zürich können sie zum Beispiel aus über 300 Angeboten des Pro Juventute Ferienplausch auswählen. Die Sommerangebote für Kinder von 6 bis 16 Jahren sind begehrt und die Anmeldung läuft ab Anfang Mai.

Obwohl auch andere Kinder nicht verreist sind, heisst es, alle sind weg. Dies nur weil die beste Freundin oder der beste Freund noch in den Ferien weilt. «Mami, was machen wir heute?», lautet eine der meistgestellten Ferienfragen. Vielleicht regnet es bereits seit Tagen oder die Kolleginnen und Kollegen sind nun doch nicht abkömmlich. Zudem arbeiten Mutter und Vater und sind nicht jeden Tag zuhause.

Gemeinsam etwas erleben

Mit dem Pro Juventute Ferienplausch können Kinder Neues entdecken, Spannendes erleben, gemeinsam etwas unternehmen. Von Alphorn blasen, über Schnuppertauchen, Mitspielzirkus, nächtliche Fledermauspirsch, übernachten im Tipi Zelt, bis zu Pizza backen im Holzofen – das Angebot ist vielfältig. Die Kurse sollen die Kreativität und Fantasie der Kinder anregen. Angeboten werden Halb- und Tageskurse, ja sogar Wochenkurse oder Lager. Für jede und jeden ist bestimmt etwas dabei.

Jedes Jahr gibt es einen Mix zwischen altbewährten und neuen Angeboten. Die Qualität der Kurse wird laufend überprüft und die Angebote der Veranstalter werden vor und während der Durchführung regelmässig besucht.

Neues entdecken

Unendlich viele Erfahrungen zu sammeln und Spass zu haben, lautet ein Ziel. Meine beiden Stiefsöhne haben zum Beispiel bei einem Ferienplausch das Landhockey entdeckt. Danach waren sie über Jahre begeisterte und erfolgreiche Landhockey Spieler. Meine Tochter schnupperte in verschiedenen Kursen Tanzen, Malen, Ponyreiten und blieb dann über Jahre beim Reiten hängen. Inzwischen ist sie beruflich sehr engagiert und malt in ihrer Freizeit immer noch sehr gerne.

Ich habe zwei Enkelkinder im Alter von zwei und vier Jahren. Natürlich erzähle ich ihnen vom Ferienplausch und die Grössere darf auch schon mal zusammen mit mir einen Veranstalter besuchen. Schon jetzt freue ich mich, den beiden die ersten Gutscheine für eine Teilnahme am Ferienplausch zu schenken. Im Kanton Zürich beginnt die Anmeldung für den Sommerferienplausch bereits am 6. Mai.

 

PS. Nutzen Ihre Kinder, die Angebote des Ferienplausch? Tauschen Sie sich aus auf www.elternclubschweiz.ch/forum und erzählen Sie einander, welche Angebote in Ihrem Kanton aktuell sind.

 

Doris Affolter ist Verantwortliche des Pro Juventute Ferienplauschs Affoltern am Albis. Daneben arbeitet sie noch als Reiseberaterin und betreut regelmässig ihre Enkelkinder. Zuvor war sie mehrere Jahre in der Primarschulpflege tätig.

 

Die finanzielle Not von Witwen, Witwer und Waisen lindern0

Mädchen mit geschlossenen Augen an Türe angelehnt hält Teddybär fest.
von Franziska Brägger | 21.04.2013

Den Partner oder die Partnerin zu verlieren und plötzlich mit Kindern allein zu sein ist schmerzlich und schwierig. Oft werden solch gravierende Verluste noch durch finanzielle Sorgen belastet. Mit Leistungen an Witwen, Witwer und Waisen hilft Pro Juventute mit den Mitteln des Bundes Betroffenen, finanzielle Nöte zu lindern und Ausbildungen zu ermöglichen.

Mit dem Begriff Witwe, Witwer verbindet man meist automatisch das Bild einer alten Frau oder eines alten Mannes. Dass zahlreiche Menschen mitten aus dem aktiven Leben gerissen werden, wird oft ausgeblendet. Auch die meisten Ratgeber zum Thema Tod befassen sich vor allem mit dem Todesfall einer älteren Person. In der Schweiz sterben jedoch jährlich ungefähr 1500 Mütter und Väter, welche minderjährige Kinder hinterlassen. Neben den Trauer- und Verlustgefühlen haben die Hinterbliebenen teilweise mit gravierenden finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen. Plötzlich fällt das Erwerbseinkommen aus oder es entstehen massive Kosten für die externe Kinderbetreuung. Neben dem eigenen Wechselbad der Gefühle und der Traurigkeit der Kinder belasten existenzielle Sorgen den zurückgebliebenen Elternteil zusätzlich.

Anspruch auf Unterstützung

Hinterbliebene haben Anspruch auf die Hinterlassenenrente der AHV. Falls dies die einzige Einnahmequelle ist und für Miete, Krankenkassenprämien und den Lebensbedarf nicht ausreicht, existiert ein rechtlicher Anspruch auf kantonale Ergänzungsleistungen. Die Betroffenen müssen diese Ergänzungsleistungen jedoch selber beantragen. Vielen Hinterbliebenen ist nicht bewusst, dass ihnen diese Gelder eventuell zustehen. Sie leben äusserst sparsam und nutzen dieses Angebot nicht. Fallen ungeplante Kosten an, erfolgt der finanzielle Zusammenbruch rasch, weil kaum Ersparnisse vorhanden sind.

Mit zusätzlichen Leistungen an Witwen, Witwer und Waisen kann auch Pro Juventute finanzielle Unterstützung leisten. Die dafür verwendeten Mittel stammen aus dem Mitteln der AHV. Laut dem Bundesgesetz über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung ist Pro Juventute vom Bund beauftragt, jährlich einen in einem Leistungsvertrag definierten Betrag an Witwen, Witwer und Waisen zu entrichten, als Ergänzung zu den Leistungen der Sozialversicherungen.

Finanziell unabhängig sein

Jährlich wenden sich ungefähr 750 Hinterbliebene an Pro Juventute mit der Bitte um finanzielle Hilfe. Die Hilfeleistungen sind unterschiedlicher Natur und von der persönlichen Situation geprägt. Einigen Witwen oder Witwern ist mit einer einmaligen Zahlung bereits geholfen, andere werden über längere Zeit unterstützt. Das Ziel der Unterstützung besteht darin, die finanzielle Unabhängigkeit mittel- und langfristig sicherzustellen. Wenn nötig werden die betroffenen Voll- und Halbwaisen so lange finanziell begleitet, bis sie eine fundierte Ausbildung abgeschlossen haben. Mit der Tatsache fertig zu werden, dass Kinder und Jugendliche einen oder beide Elternteile verloren haben, ist schwierig genug und sollte sich nicht auch noch nachteilig auf die Berufschancen auswirken.
 

PS. Wenn Sie betroffenen Familien helfen wollen, indem Sie mitteilen, wie Sie als Kind oder hinterbliebener Partner mit dem Verlust eines Elternteils fertig geworden sind, können Sie dies in unserer Kommentarfunktion oder auf dem Forum tun.

Informationen zum Witwen-, Witwer- und Waisenfonds finden sich hier.

 

Franziska Brägger ist Leiterin Zusätzliche Leistungen an Witwen, Witwer und Waisen von Pro Juventute. 

 

 

Schulhunde beeinflussen das Schulklima positiv0

Mädchen liest dem Schulhund vor
von Susan Edthofer | 14.04.2013

Ob Schulhunde Schule machen, wird sich weisen. Zumindest in der Schweiz steckt diese Idee noch in den Kinderschuhen. Projekte gibt es zurzeit noch wenige, doch ersten Erfahrungen sind durchwegs positiv. Voraussetzung ist die Akzeptanz bei Kindern und Eltern.

Seit Tausenden von Jahren gelten Hunde als Begleiter des Menschen. Die Hunde unserer Vorfahren halfen beim Jagen, gewährten Schutz und spendeten Wärme. Auch heute noch gibt es neben den Familienhunden zahlreiche Hunde, die eine Aufgabe wahrnehmen. Bewährt haben sich die Nachfahren des Wolfs als Schutzhunde, Spürhunde, Blindenhunde oder Therapiehunde. Seit einiger Zeit hat sich ein weiteres Aufgabenfeld aufgetan: Als Schulhunde sind sie beim Unterricht dabei und beeinflussen das Schulklima auf positive Weise.

Ein Vierbeiner unter Zweibeinern

Immer wieder hört und liest man, wie zappelig und unruhig unsere Kinder sind. In der Schule können sie sich vielfach nur schlecht konzentrieren. Das Lernen fällt schwer und die Leistungsunterschiede sind teils gravierend. Auch um das Klassenklima ist es nicht immer zum Besten bestellt, einzelne Kinder werden ausgegrenzt und gehänselt. Es braucht oft nur wenig bis die Stimmung kippt und die Kinder gereizt reagieren. Pädagogische Massnahmen greifen manchmal kaum. Schulhunde hingegen, beeinflussen das Klima mit ihrer blossen Präsenz. Die vierbeinige Assistenz der Lehrperson übernimmt also eine wichtige Funktion mit frappanter Wirkung.

Auf den Hund gekommen

In der Primarschule Lommis im Kanton Thurgau ist seit einiger Zeit ein Schulhund «Teil des Lehrerteams». Das Projekt ist gut angelaufen, das Echo positiv und Schulhund Balin äusserst populär. Voraussetzung, um das Projekt Schulhund zu lancieren, war die Akzeptanz durch die Lehrpersonen, die Eltern und Behörden. Denn ein Schulhund ist nicht bloss in einer Klasse, sondern in verschiedenen Klassen im Einsatz. Im Vorfeld wurde die Idee offen kommuniziert und allfällige Ängste von Eltern und Kindern thematisiert. Natürlich musste auch geklärt werden, ob es Kinder mit Allergien gibt und wie damit umzugehen sei.

Tiere streicheln beruhigt

Die meisten Kinder fühlen sich von Tieren angezogen. Langzeitstudien belegen, dass Tiere streicheln Stress mindert. Auch die Zürcher Fachhochschule für Angewandte Wissenschaften hat mittels Umfrage eruiert, was die Studierenden von der Idee halten, Hunde zum Stressabbau einzusetzen. Das Echo war mehrheitlich positiv und auf Facebook wurde rege diskutiert. Ob die Idee weiterverfolgt wird, ist noch offen.

Da Hunde nicht werten und sich weder für soziale Herkunft, noch für das Aussehen, noch für Leistung und Können interessieren, blühen vorallem scheue und introvertierte Kinder in ihrer Gegenwart auf. Auch auf verhaltensauffällige Kinder übt der Schulhund eine beruhigende Wirkung aus.

Ein loyaler, treuer Freund

Lehrpersonen beobachten, dass Kinder, die sonst überall anecken und stören, plötzlich ganz ruhig neben dem Hund sitzen und ihn einfach streicheln. Der Schulhund ist auch ein wunderbarer Zuhörer. Wenn die Kinder ihm vorlesen, hört er geduldig zu und mokiert sich weder über Fehler, noch stört er sich daran, wenn es bloss stockend vorangeht. Und anvertraute Sorgen und Geheimnisse behält er garantiert für sich.

Die Aufgaben eines Schulhundes sind komplex. Abgesehen von einer fundierten Ausbildung benötigt er genügend Ruhephasen. Mehr als zwei bis drei Unterrichtslektionen pro Tag sollten einem Schulhund nicht zugemutet werden. So sehr er Streicheleinheiten mag, doch manchmal wird es auch dem geduldigsten Schulhund zu viel. Für solche Momente braucht es im Schulzimmer einen Bereich, in den sich der Hund jederzeit zurückziehen kann und der für die Kinder tabu ist. Auf diese Weise lernen die Kinder die Bedürfnisse eines Hundes kennen und respektieren.

 

PS. Was halten Sie von der Idee einen Schulhund einzusetzen? Auf www.elternclubschweiz.ch/forum können Sie Ihre Meinung kundtun und erfahren was andere Eltern vom Projekt Schulhund halten.

 

Susan Edthofer ist Autorin des Eltern Club Schweiz-Blog. Sie ist Pädagogin und Fachjournalistin für Bildung, Erziehung und arbeitete im Team von Pro Juventute Elternbriefe mit. Zuvor war sie langjährige Chefredaktorin einer Fachzeitschrift für Lehrpersonen aus Kindergarten und Unterstufe.

 

 

Suchen in

Themen und Lebensphasen-

Lokale Suche+

Action Teaser
Premium

Nutzen auch Sie unsere Beratung

Telefon

058 261 61 61

Jetzt registrieren

Partner